Gerburg Fuchs
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    Lauschen
    heisst präsent
    sein.

    Ein lauschender Blick empfängt, wartet und verweilt. Er lässt eine andere Form der Gegenwart enstehen – eine Gegenwart, die nicht vom Wissen bestimmt ist, sondern von der Wahrnehmung der Sinne, der Bereitschaft, der Resonanz und dem Werden, was geschieht.
    Es ist mit Worten schwer zu beschreiben, weil dieser Moment und Augenblick so lebendig und flüchtig ist. 

     

  • Lauschen
    in Bewegung

    Immer wieder fasziniert mich bei der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, wie sich die Dynamik im Raum entfaltet: wie Begegnungen und Beziehungsstrukturen entstehen und sich verändern und wie dabei eine natürliche Bewegungsfreude geweckt wird.

    Wie in einer Polyphonie mehrere eigenständige Stimmen gleichzeitig erklingen, entstehen im Bewegungschor aus individuellen Bewegungen, Rhythmen und Impulsen vielfältige körperliche Stimmen. Sie nehmen einander wahr, antworten aufeinander, behaupten ihren eigenen Ausdruck und finden zugleich Wege, sich mit anderen zu verbinden. So wird Demokratie nicht nur als Idee, sondern als körperliche Erfahrung von Wahrnehmung, Teilhabe, Vielfalt und gegenseitigem Respekt erfahrbar.

    Diese Lernprozesse zu ermöglichen, ist meine künstlerische Strategie: einen Raum zu schaffen, in dem jede Stimme ihren Platz finden kann und aus der Vielfalt ein gemeinsamer Klang entsteht.

    Ein Tuch, ein Stab, ein Ball, ein Stück Papier, ein Atemzug, ein Schritt, eine Pause – all das kann eine Einladung sein, damit Lauschen in Bewegung möglich wird.

  • Spiel als 
    gelebte Beziehung

    Oft werde ich nach der Methode gefragt. Spielen ist für mich eine Frage der Haltung.
    Ich öffne Räume, in denen alle die Möglichkeit haben individuelle und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. In meinem Verständnis entsteht Spiel im Dreiklang von Mitgestaltung, Mitverantwortung und Mittragen. Diese drei Dimensionen lassen sich nicht verordnen; sie wachsen in Beziehungen und aus der Bereitschaft sich auf einen Prozess einzulassen, Verschiedenheit zuzulassen und als Bereicherung zu verstehen.